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Text S. 166 |
Die Axt im Haus erspart den Zimmermann“ An dieses
kräftige Wort Tell’s, das so knapp und bestimmt die selbstsichere, fröhliche
Selbständigkeit des Aelplers charakterisirt, wird man erinnert durch
das anmuthige Bild von Otto Piltz, das uns in die Werkstatt des Bauern
einen Blick thun läßt. Da liegt und hängt all das Geräth und
Werkzeug, das der Bauer zur Arbeit und zum Ausbessern in Haus und Hof
bedarf, Ketten und Bandreifen, Axt und Säge, Hebel und Bohrer. Und
neben der Hobelbank steht der feuchte Schleifstein, an dem gerade der
alte Bauer sein stumpf gewordenes Beil schärfen will. Bedächtig prüft
der Alte die Schneide, indeß der rundköpfige Enkel aufmerksam
zuschaut, die Hand schon am Griff der Winde, bereit, den Schleifstein zu
drehen und so dem Großvater beizustehen. Die prächtige Figur des
derben Bauernbuben wird noch gehoben durch das volle Sonnenlicht, das
durch das niedrige Fenster warm hereinflutet und den kurzhaarigen
Blondkopf vergoldet, während des Alten faltiges Gesicht im hellen Licht
sich scharf abzeichnet. Mit der anspruchslosesten Schlichtheit ist so
ein charakteristisches Bild aus dem Leben gegriffen, das voll
malerischen Reizes zugleich rein menschlich anspricht und erfreut.
P-t. |