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Verwahrschule in Weimar
(1877) |
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Berlin
17. Mai 78
Lieber
Herr Piltz
Ihr
Bild hatte ich schon bei Lepke gesehen, als Ihre freundliche Nachricht an mich
gelangte (zufällig, ich wollte Knaus’s beide Bilder ehe sie noch für
Paris verpackt wurden noch sehen – kam leider zu spät – L.[epke] zeigte
ersteres mir bei dieser Gelegenheit, erwähnte auch wie lobend Kn[aus] sich darüber
geäußert. Und ich kann Ihnen dann auch gestehen daß ich dieses Bild weit über
Ihre beiden früheren, die mir bekannt wurden rangire. Dieses zuerst zeigt mir
ein künstlerisches Auswählen der Motive; kein mehr nur Zugreifen nach dem
Erstenbesten, sondern ein Ausnützen und Verarbeiten all der reizvollen
Mannigfaltigkeit, die aus dem In- und Durcheinandertreffen und Getriebe solcher
Menge Kinder aus Allerwelts-Eltern gleichsam explodirt. Und wieviel
geistreichere Malerei und Farbenensemble! als namentlich das nächstletzte. Wie
schmackhaft hier die Erweiterung des Kinderstalls in den zweiten Raum dahinter!
Ich würdige übrigens (aus eigenen Versuchen) was es heißen will Kindern auch
nur mit Malgedanken- u. Augen, geschweige mit Bleistift oder gar Pinsel auf den
Fersen sein. Übrigens – ich wollte keine Kritik schreiben. Genug, mein Glückauf
zum Sprung weiter! Der nicht Ihr letzter sein wird. Das Deutsche Vaterland
kann‘s brauchen
Mit
aufrichtiger Hochachtung
Menzel.
Sehen Sie dort Geh.Rath Dr. Schöll oder Dr. Eitner, so grüßen Sie die
herzlichst.
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